Zum Tod von Angelika Lex

Bild: Robert Haas

Bild: Robert Haas

Wir sind in großer Trauer um eine großartige Frau: in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch verstarb nach schwerer Krankheit Angelika Lex. Unsere Gedanken sind bei ihrem Mann und ihren beiden Töchtern.

Kaum jemand trat so kompromisslos und mit einer solchen Hingabe für Menschen- und Bürgerrechte ein, wie Angelika Lex. Als Anwältin setzte sie sich für Geflüchtete und MigrantInnen in einem rigiden Asyl- und Ausländerrecht ein. Nicht wenige Male verteidigte sie Menschen vor Gericht, die sich gegen einen wieder erstarkenden Naziterror engagieren und vom Staat dafür kriminalisiert werden – darunter der KZ-Überlebende Martin Löwenberg. Zuletzt vertrat sie als Anwältin im NSU-Prozess die Familie eines Opfers als Nebenklägerin. Von 90 – 95 saß sie für die Grünen im Münchner Stadtrat und brachte vieles für diese Stadt heute so wichtiges auf den Weg, wie beispielsweise das heutige Amt für Wohnen und Migration.

Erst vor wenigen Wochen wurde sie für ihr Lebenswerk mit dem Georg-Elser-Preis geehrt. Dieser „zeichnet Menschen aus, die sich gegen undemokratische Strukturen, Organisationen und Entwicklungen auf ganz individuelle Weise zur Wehr setzen und durch unangepasstes Handeln den Blick auf aktuelle Gefährdungen der Demokratie richten“. Trefflicher lässt sich das Leben von Angelika Lex nicht beschreiben – ohne sie wäre diese Stadtgesellschaft nicht die, die sie heute ist. Und ohne sie ist sie gestern ein Stück kälter geworden.

Liebe Angelika. Mit Dir verlieren wir eine großes Vorbild. Eine kämpferische Antifaschistin. Eine engagierte Bürgerrechtlerin. Einen großartigen Menschen. Du wirst uns unglaublich fehlen.

Das letzte Wort hat – wie es ihr gefallen würde – Angelika selbst. Aus ihrer letzten öffentlichen Rede bei der Verleihung des Georg-Elser-Preises:
„Wir brauchen Zivilcourage und Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen. Wir brauchen Menschen, die gegen Nazis, Faschisten und Rassisten arbeiten. Wenn jeder von uns einen Schritt weiter geht, als er sich ursprünglich vorgenommen hat, mache ich mir keine Sorgen.“

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