Rassismus spielte bei der Tat im OEZ eine Rolle

Erklärung der Vorsitzenden des Vereins „München ist bunt!“, Micky Wenngatz zu den Hintergründen der Tat.

Der Verein „München ist bunt!“ ist entsetzt angesichts der schrecklichen Tat vom 22. Juli im OEZ und drückt allen Opfern und ihren Angehörigen sein tiefstes Mitgefühl aus.

Zeichen der Trauer vor dem Eingang zum OEZ

Zeichen der Trauer vor dem Eingang zum OEZ

Bei aller Trauer dürfen wir aber nicht übersehen: Rassismus war – nach allem was man bislang weiß – ein gewichtiger Faktor der zur der schrecklichen Tat geführt hat. Der Täter fühlte sich als Deutscher und als Zugehöriger einer „höherwertigen Rasse“, er verehrte Hitler, änderte seine zu „türkisch klingenden“ Vornamen an und führte seine Tat am Jahrestag der Morde des norwegischen Rassisten Breivik aus.

Die allzu leichtfertigen Schlussfolgerung, der Täter habe selbst Migrationshintergrund und daher hätte Rassismus bei Tat keine Rolle gespielt, ist fatal. Es müssen alle Motive ernsthaft geprüft werden und nichts darf voreilig ausgeschlossen werden. Denn nur dann lässt sich eine einseitige Beleuchtung der Dinge verhindern und am Ende auch darüber diskutieren, welche sicherheits- und gesellschaftspolitische Schlüsse aus dieser Tat zu ziehen sind.

Wir wissen: Rassismus bereitet den Nährboden für Hass und spaltet die Gesellschaft. Rassismus stellt daher eine große Gefahr für unsere Stadtgesellschaft dar, die vielfältig und bunt wie kaum eine andere in Deutschland ist. Alle Münchner und Münchnerinnen bleiben daher gefordert, dem Rassismus in unserer Stadt wachsam, entschlossen und kreativ entgegenzutreten: Im Alltag, im Berufs- und Arbeitsleben, an den Schulen und Universitäten, bei den Aufmärschen der Rechtsextremen und auch bei den nun anstehenden Ermittlungsarbeiten.

 

Foto: © Michael Trammer/24mmjournalism


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