Breites Bündnis ruft zum Protest gegen Pegida

Pegida mobilisiert für den 9. November zur Kundgebung vor der Feldherrnhalle am Odeonsplatz.

Für München wäre es eine Schande, wenn Pegida an solch einem Tag durch Münchens Straßen ziehen könnte und so gezielt die Opfer des NS-Terrors verhöhnt.

Deshalb rufen wir, ein breites Büdnis, innitiiert vom Verein München ist bunt! und dem Bündnis für Toleranz, dem unter anderem die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) angehören,  zur Demonstration gegen Pegida am 9. November um 17 Uhr am Odeonsplatz auf. Diesem Aufruf haben sich viele Parteien, Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften und Organisationen angeschlossen.

Die Opfer ehren – den Anfängen wehren
Für ein buntes und tolerantes München

Der 9. November 1938 ist in die deutsche Geschichte eingegangen als eine Zäsur, als der Tag an dem im ganzen Land Synagogen, jüdische Einrichtungen und Geschäfte brannten, Juden durch die Straßen getrieben und auf offener Straße ermordet wurden. Der 9. November markiert den Tag, an dem der Staatsterror mit dem Pogrom einen vorläufigen Höhepunkt fand.

Am 9. November 2015 möchte nun die rechtsextreme und rassistische Pegida-Bewegung durch München marschieren.

Die letzten Monate haben gezeigt, dass Pegida bei der Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus und der Hetze gegen Juden, Flüchtlinge, Muslime und politische Gegner keine Grenzen kennt, wie folgende Vorfälle exemplarisch zeigen:

· Der stilisierte Galgen in Dresden für Repräsentanten der Bundesregierung.

· Die Dresdner Pegida-Rede von Akif Pirinçci bei der er äußerte, dass die „KZs ja leider derzeit außer Betrieb sind“.

· Die Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus durch die Versuche des rechtsextremistischen Pegida-Versammlungsleiters einen Kranz auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus für „alle Opfer“ niederzulegen.

· die gezielte Besetzung historisch sensibler Orte, wie zum Beispiel der Feldherrnhalle und die Drohung gegenüber politischen Gegnern durch Münchner Pegida-Teilnehmer – darunter ein rechtskräftig verurteilter Neonazi der bei der Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum eine Bombe zünden wollte.

Pegida in München ist durchsetzt von Neonazis und Rassisten. Jeder der hier mitläuft unterstützt diese.

Deshalb setzen wir am 9. November gemeinsam ein Zeichen gegen Pegida und lassen nicht zu, dass am Odeonsplatz – dem Platz, an dem am 9. November 1923 eine Entwicklung ihren Anfang nahm, die im Holocaust mündete – Neonazis und Rassisten ungehindert ihre Parolen verbreiten können.

Wir setzen uns ein, für ein buntes und weltoffenes München!
Alle Demokraten sind gefordert, den Anfängen zu wehren!

am 9. November um 17:00 Uhr
gegen Pegida
am Odeonsplatz

Wir danken allen, die an der Gedenkveranstaltung zum 9. November im Alten Rathaussaal teilnehmen und auch denen, die sich an der Demonstration gegen Pegida beteiligen.

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