Stille Mahnwache zu Jom Kippur am 21. September 2026
An Montag, den 21. September 2026, versammelten wir uns an der Ohel-Jakob Synagoge am Sankt-Jakobs-Platz in München zu einer stillen Mahnwache. Vor Ort war es ruhig und respektvoll, die Stimmung war getragen von Solidarität.

Die Mahnwache wurde von „MC Kuhle Wampe“ und dem „Rote Blitz e.V.“ organsiert. Gemeinsam mit „Omas gegen Rechts“ und weiteren Initiativen entstand ein breites Bündnis, das ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und für ein demokratisches, offenes München setzte.
Zu Beginn der Veranstaltung erinnerte Charlotte Knobloch an die Bedeutung des Schutzes jüdischen Lebens und die Verantwortung der gesamten Gesellschaft, Antisemitismus entschieden entgegenzutreten:
„Das ist eine noch härtere Aussage, wie man sich sonst vorstellt, aber wir brauchen das. Es freut mich sehr, denn das ist was Außergewöhnliches und ich würde hoffen, dass das die Runde macht. Das wäre mir sehr wichtig. Das ist für mich und für die Kultusgemeinde, also für all die Menschen, die gerade in der Synagoge sind und Angst haben, später in der Dunkelheit nach Hause zu gehen, ein wirklich großes Geschenk.“
Auch Vorsitzende von München ist bunt!, Micky Wenngatz, betonte:
„Solidarität gegen Antisemitismus zeigt sich besonders vor Ort – im konkreten Handeln und in der Zivilcourgage, gerade an Tagen wie diesen.“
Ein besonderer Moment des Gedenkens gilt den Ereignissen an Jom Kippur 2019, als ein rechtsradikaler Attentäter versuchte, in die Synagoge von Halle einzudringen, um dort Menschen zu ermorden. Nachdem er scheiterte, tötete er wahllos zwei Menschen: Jana und Kevin. Auch in den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Angriffen auf Synagogen rund um Jom Kippur. Die Mahnwache in München erinnert daran, dass solche Taten niemals vergessen werden dürfen und dass der Schutz jüdischen Lebens eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe bleibt.
Wir danken den Organisator*innen der Mahnwache und waren insgesamt sehr zufrieden mit dem Ablauf und der Beteiligung. Wir freuen uns sehr, wenn im nächsten Jahr mehr Menschen mobilisiert werden können, damit wir gemeinsam ein starkes Zeichen der Solidarität setzten können.
